Praktische §-34i-Prüfung: 10 Beratungsfehler, die Punkte kosten Wie Sie das simulierte Kundenberatungsgespräch strukturiert, kundengerecht und prüfungssicher führen

Praktische §-34i-Prüfung: 10 Beratungsfehler, die Punkte kosten
SACHKUNDELEHRGAENGE.DE | FACHBEITRAG · § 34i GEWOPraktische §-34i-Prüfung

BLOGBEITRAG · IHK-PRÜFUNG · IMMOBILIARDARLEHENSVERMITTLUNG

Praktische §-34i-Prüfung: 10 Beratungsfehler, die Punkte kosten

Wie Sie das simulierte Kundenberatungsgespräch strukturiert, kundengerecht und prüfungssicher führen

Rechtsstand25. Juli 2026
Prüfungsbezug§ 34i GewO / ImmVermV
FormatBlogbeitrag + Praxisleitfaden

Einleitung

In der praktischen Sachkundeprüfung nach § 34i GewO reicht es nicht, möglichst viele Fachbegriffe zu nennen oder sofort ein Darlehensmodell zu präsentieren. Geprüft wird, ob Sie eine unvollständige Kundensituation systematisch erschließen, den tatsächlichen Finanzierungsbedarf ermitteln, geeignete Lösungsansätze verständlich erläutern und das Gespräch konsequent am Kunden ausrichten.

Gerade fachlich gut vorbereitete Prüflinge verlieren Punkte, weil sie zu früh beraten, wichtige Fragen auslassen, Risiken nur oberflächlich ansprechen oder ihr Wissen nicht in eine nachvollziehbare Gesprächsstruktur übersetzen. Dieser Beitrag zeigt zehn typische Fehler und jeweils eine konkrete bessere Formulierung.

Inhaltsverzeichnis

So ist der praktische Prüfungsteil aufgebaut

Der praktische Teil wird als Simulation eines Kundenberatungsgesprächs durchgeführt. Nach der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung soll die zu prüfende Person zeigen, dass sie kundengerechte Lösungen entwickeln und anbieten kann. Die IHKs arbeiten dabei mit Fallvorgaben, die bewusst nur einen Teil der benötigten Daten enthalten. Fehlende Informationen müssen im Gespräch erfragt werden.

Üblicherweise stehen etwa 20 Minuten Vorbereitungszeit und rund 20 Minuten Gesprächszeit zur Verfügung. Der praktische Teil ist bestanden, wenn mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte erzielt werden. Maßgeblich sind die Prüfungsordnung der jeweiligen IHK und die konkret verwendeten Bewertungsunterlagen.

Die drei Bewertungsbereiche und ihre Gewichtung

BereichMaximalpunkteWorauf es ankommtTypische Verlustquelle
A: Kundensituation20Persönliche Daten, Anlass, Perspektiven, Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Verbindlichkeiten und kreditrelevante Angaben vollständig erfassen.Zu wenige oder unstrukturierte Fragen.
B: Kundenbedarf und kundengerechte Lösung50Kundenanforderungen, Finanzierungsbedarf, mögliche Bausteine und eine nachvollziehbare Lösung entwickeln.Produkt nennen, bevor Bedarf und Zahlen geklärt sind.
C: Gesprächsführung und Systematik30Informationspflichten, verständliche Sprache, Struktur, Zusammenfassungen, aktive Fragen und Umgang mit Einwänden.Monolog, Fachjargon, fehlender roter Faden.

Zehn Beratungsfehler, die Punkte kosten

1. Ohne sauberen Gesprächsrahmen sofort ins Produkt einsteigen

Bewertungsbereich: C – Gesprächsführung und Systematik
Fehlerbild
Nach der Begrüßung folgt direkt: „Ich würde Ihnen ein Annuitätendarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung empfehlen.“ Die eigene Rolle, der Gesprächsanlass, die Erwartungen und die relevanten Informationspflichten bleiben unklar.
Warum das Punkte kostet
Das Gespräch wirkt verkaufsorientiert statt beratungsorientiert. Im DIHK-Protokollbogen werden gesetzliche Informationspflichten, verständliche Gesprächsführung und eine klare Systematik ausdrücklich bewertet.
Bessere Formulierung
„Bevor wir über konkrete Finanzierungsbausteine sprechen, möchte ich zunächst Ihre Situation, Ihre Ziele und Ihre Vorstellungen zur monatlichen Belastung vollständig verstehen. Danach können wir gemeinsam passende Varianten vergleichen.“
Sofort-Reparatur
Kurz stoppen, den Rahmen nachholen und transparent sagen: „Ich bin gerade zu schnell in die Lösung gesprungen. Lassen Sie uns zuerst Ihre Ausgangssituation strukturiert aufnehmen.“

2. Den eigentlichen Kundenanlass nur oberflächlich erfassen

Bewertungsbereich: A – Kundensituation
Fehlerbild
Der Prüfling kennt den Kaufpreis und fragt nur: „Wie viel Eigenkapital haben Sie?“ Warum gekauft, gebaut, modernisiert oder umgeschuldet werden soll, wird nicht vertieft.
Warum das Punkte kostet
Ohne das konkrete Anliegen lassen sich Dringlichkeit, Zielkonflikte, zeitlicher Horizont und gewünschte Flexibilität nicht beurteilen. Eine rechnerisch mögliche Finanzierung kann am tatsächlichen Lebensplan vorbeigehen.
Bessere Formulierung
„Was ist Ihnen bei diesem Vorhaben besonders wichtig? Geht es vor allem um Planungssicherheit, eine niedrige Anfangsrate, schnelle Entschuldung oder möglichst hohe Flexibilität?“
Sofort-Reparatur
Mit einer offenen Rückfrage zurück zum Anlass: „Ich habe Ihre Zahlen, aber noch nicht Ihr wichtigstes Ziel. Was soll die Finanzierung für Sie vor allem leisten?“

3. Berufliche und persönliche Perspektiven nicht einbeziehen

Bewertungsbereich: A – Kundensituation
Fehlerbild
Elternzeit, Kinderwunsch, Teilzeit, Selbstständigkeit, Renteneintritt, befristete Beschäftigung oder ein geplanter Umzug werden nicht angesprochen.
Warum das Punkte kostet
Die Finanzierung muss nicht nur heute, sondern auch unter wahrscheinlichen Veränderungen tragfähig sein. Die veröffentlichten Fallvorgaben enthalten deshalb ausdrücklich berufliche und persönliche Perspektiven als eigenes Erhebungselement.
Bessere Formulierung
„Gibt es in den nächsten Jahren absehbare Veränderungen beim Einkommen oder bei den Ausgaben – zum Beispiel Elternzeit, Teilzeit, Ruhestand, berufliche Selbstständigkeit oder größere familiäre Veränderungen?“
Sofort-Reparatur
Die Zukunftsfrage bewusst nachholen und die Auswirkung zusammenfassen: „Dann sollten wir die Rate nicht nur am heutigen Einkommen ausrichten, sondern auch an der Phase nach dem geplanten Wechsel.“

4. Die Haushaltsrechnung mit groben Pauschalen abkürzen

Bewertungsbereich: A und B – Kundensituation / Lösung
Fehlerbild
Es werden lediglich Nettoeinkommen und aktuelle Miete erfragt. Lebenshaltung, Versicherungen, Unterhalt, Mobilität, bestehende Raten, Bewirtschaftungskosten und Rücklagen bleiben außen vor.
Warum das Punkte kostet
Ein Haushaltsüberschuss ist nur belastbar, wenn wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben plausibel erfasst werden. Eine Wunschrate ohne freie Liquidität ist keine kundengerechte Empfehlung.
Bessere Formulierung
„Neben Ihren regelmäßigen Lebenshaltungskosten benötige ich noch Angaben zu Versicherungen, Fahrzeugen, Unterhalt, bestehenden Krediten, Sparverträgen und den künftigen Bewirtschaftungskosten der Immobilie.“
Sofort-Reparatur
Keine Zahlen erfinden. Fehlende Werte kennzeichnen und erklären: „Für eine belastbare Rate fehlen uns noch Ausgabenpositionen. Ich würde daher zunächst mit einer Bandbreite arbeiten und die endgültige Empfehlung nach Vorlage der Daten konkretisieren.“

5. Vermögen und Verbindlichkeiten nur als Gesamtsumme betrachten

Bewertungsbereich: A – Kundensituation
Fehlerbild
Tagesgeld, Festgeld, Depot, Bausparguthaben, bestehende Immobilien oder Darlehen werden lediglich addiert. Verfügbarkeit, Kündigungsfristen, Kursrisiken, Zweckbindung und bestehende Sicherheiten werden nicht geprüft.
Warum das Punkte kostet
Nicht jeder Vermögenswert ist sofort oder vollständig als Eigenmittel nutzbar. Ebenso beeinflussen Restschulden, Grundschulden und laufende Verpflichtungen die Finanzierung.
Bessere Formulierung
„Welche Mittel stehen zum Kaufzeitpunkt tatsächlich zur Verfügung? Gibt es Kündigungsfristen, Kursrisiken, zweckgebundene Verträge oder Beträge, die Sie bewusst als Liquiditätsreserve behalten möchten?“
Sofort-Reparatur
Die Vermögensliste in „sofort verfügbar“, „später verfügbar“, „schwankungsanfällig“ und „nicht einzusetzen“ gliedern.

6. Den Finanzierungsbedarf falsch oder unvollständig berechnen

Bewertungsbereich: B – Kundenbedarf und Lösung
Fehlerbild
Vom Kaufpreis wird nur das Eigenkapital abgezogen. Erwerbsnebenkosten, Modernisierung, Bereitstellungszinsen, Eigenleistungen, Reserven oder die Ablösung bestehender Kredite werden vergessen.
Warum das Punkte kostet
Der Finanzierungsbedarf ist die rechnerische Grundlage jeder Empfehlung. Ein Fehler hier zieht falsche Darlehenshöhe, falsche Rate, falschen Beleihungsauslauf und falsche Produktwahl nach sich.
Bessere Formulierung
„Ich trenne zunächst Kaufpreis beziehungsweise Baukosten, Nebenkosten, Modernisierung und Reserve. Davon ziehe ich nur die tatsächlich einsetzbaren Eigenmittel und realistisch bewerteten Eigenleistungen ab.“
Sofort-Reparatur
Die Rechnung offen korrigieren: „Ich habe die Nebenkosten noch nicht berücksichtigt. Dadurch erhöht sich der tatsächliche Finanzierungsbedarf – lassen Sie uns die Summe sauber neu aufbauen.“

7. Kundenanforderungen an die Finanzierung nicht konkretisieren

Bewertungsbereich: B – Kundenbedarf und Lösung
Fehlerbild
Zinsbindung, Wunschrate, Sondertilgung, Tilgungssatzwechsel, Laufzeit, bereitstellungszinsfreie Zeit und Sicherheitsbedürfnis werden nicht erfragt.
Warum das Punkte kostet
Der gleiche Kreditbetrag kann mit sehr unterschiedlichen Strukturen finanziert werden. Ohne Prioritäten ist keine kundengerechte Auswahl möglich.
Bessere Formulierung
„Welche monatliche Belastung empfinden Sie als dauerhaft gut tragbar? Wie wichtig sind Ihnen lange Zinssicherheit, Sondertilgungen oder die Möglichkeit, die Tilgung später anzupassen?“
Sofort-Reparatur
Eine Prioritätenfrage stellen: „Wenn Sie zwischen niedriger Anfangsrate, schnellerer Entschuldung und längerer Zinssicherheit gewichten müssten – was steht für Sie an erster Stelle?“

8. Finanzierungsbausteine aufzählen, aber nicht verständlich vergleichen

Bewertungsbereich: B und C – Lösung / Gesprächsführung
Fehlerbild
Annuitätendarlehen, Bauspardarlehen, Förderkredit und variables Darlehen werden genannt, ohne Funktionsweise, Kosten, Bindungen, Risiken oder Eignung zu erklären.
Warum das Punkte kostet
Fachbegriffe allein zeigen keine Beratungskompetenz. Bewertet wird, ob mögliche Bausteine veranschaulicht und eine begründete Lösung angeboten werden.
Bessere Formulierung
„Ein Annuitätendarlehen bietet eine gleichbleibende Rate innerhalb der Zinsbindung. Ein Förderdarlehen kann die Gesamtstruktur ergänzen, ist aber an Programme und Voraussetzungen gebunden. Entscheidend ist, welcher Baustein Ihre Prioritäten am besten erfüllt.“
Sofort-Reparatur
Auf zwei realistische Varianten begrenzen und jede nach denselben Kriterien vergleichen: Rate, Zinsbindung, Restschuld, Flexibilität und Risiken.

9. Risiken, Restschuld und Anschlussfinanzierung ausblenden

Bewertungsbereich: B – kundengerechte Lösung
Fehlerbild
Die Anfangsrate wird positiv dargestellt, aber Zinsänderungsrisiko, Restschuld, Einkommensrückgang, Instandhaltung oder fehlende Liquiditätsreserve werden nicht thematisiert.
Warum das Punkte kostet
Eine Finanzierung ist nicht allein deshalb geeignet, weil sie heute bezahlbar ist. Kundengerecht ist eine Lösung erst, wenn Belastbarkeit und wesentliche Risiken transparent eingeordnet werden.
Bessere Formulierung
„Bei Ablauf der Zinsbindung bleibt voraussichtlich eine Restschuld. Deshalb sollten wir auch prüfen, wie sich eine höhere Anschlussrate auswirken würde und welche Reserve danach noch verbleibt.“
Sofort-Reparatur
Mindestens ein plausibles Belastungsszenario ergänzen und daraus eine Konsequenz ableiten, etwa höhere Tilgung, längere Zinsbindung oder mehr Reserve.

10. Das Gespräch als Monolog führen und ohne klares Ergebnis beenden

Bewertungsbereich: C – Gesprächsführung und Systematik
Fehlerbild
Der Prüfling spricht lange, unterbricht, stellt mehrere Fragen gleichzeitig, reagiert nicht auf Einwände und beendet das Gespräch ohne Zusammenfassung oder nächste Schritte.
Warum das Punkte kostet
Im Protokollbogen werden Kundenorientierung, verständliche Sprache, aktives Fragen, Struktur, Zusammenfassungen und der Umgang mit Einwänden bewertet. Fachwissen verliert Wirkung, wenn der Kunde nicht folgen kann.
Bessere Formulierung
„Ich fasse kurz zusammen: Ihnen sind eine dauerhaft tragbare Rate, 15 Jahre Zinssicherheit und Sondertilgungen wichtig. Auf dieser Grundlage ist Variante A derzeit näher an Ihren Zielen. Bevor wir fortfahren, fehlen noch die aktuellen Einkommens- und Objektunterlagen.“
Sofort-Reparatur
Am Ende drei Punkte nennen: Kundenwunsch, vorläufig passende Lösung, noch fehlende Unterlagen beziehungsweise nächster Schritt.

Das BERATEN-Schema für ein sicheres Prüfungsgespräch

Das folgende Schema hilft, auch unter Zeitdruck einen roten Faden zu halten:

SchrittPrüfungsziel
B – Begrüßen und Beratungsrahmen setzenRolle, Anlass, Vorgehen und erforderliche Informationen transparent machen.
E – Erfassen der KundensituationPersönliche und berufliche Perspektiven, Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Verbindlichkeiten und Objektangaben klären.
R – Anforderungen priorisierenWunschrate, Zinsbindung, Tilgung, Flexibilität, Sondertilgung und Sicherheitsbedürfnis erfragen.
A – Ausrechnen des FinanzierungsbedarfsGesamtkosten, einsetzbare Eigenmittel, Reserve und benötigte Darlehenssumme nachvollziehbar bestimmen.
T – Transparente Varianten erklärenWenige passende Finanzierungsbausteine mit Nutzen, Kosten, Bindungen und Risiken vergleichen.
E – Empfehlung begründen und Risiken einordnenDie Lösung auf Kundenwünsche beziehen, Restschuld und Belastbarkeit ansprechen.
N – Nächste Schritte zusammenfassenErgebnis, offene Punkte, Unterlagen und weiteres Vorgehen klar benennen.

Musterfall: Vom unvollständigen Datensatz zur Empfehlung

Ein Ehepaar möchte eine selbst genutzte Eigentumswohnung für 390.000 Euro erwerben. Aus der Fallvorgabe bekannt sind 75.000 Euro Festgeld, ein Girokontostand von 2.500 Euro und der Wunsch nach einer „möglichst kleinen Rate“. Weitere Daten fehlen.

Schritt 1: Nicht sofort rechnen, sondern Lücken identifizieren

  • Kaufnebenkosten und möglicher Modernisierungsbedarf
  • Nettoeinkommen, variable Bestandteile und berufliche Perspektiven
  • Lebenshaltung, Versicherungen, Fahrzeuge, bestehende Kredite und Unterhalt
  • Liquiditätsreserve nach dem Kauf
  • Wunsch nach Zinsbindung, Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel
  • Kinderwunsch, Elternzeit oder andere absehbare Einkommensänderungen

Schritt 2: Kundenwunsch übersetzen

„Möglichst kleine Rate“ ist noch keine ausreichende Anforderung. Fragen Sie, ob die Rate nur in den ersten Jahren niedrig sein soll, welche maximale Belastung dauerhaft tragbar ist und ob der Kunde dafür eine höhere Restschuld akzeptiert. Eine niedrige Rate kann dem Wunsch nach Sicherheit oder schneller Entschuldung widersprechen.

Schritt 3: Vorläufige Lösung als begründete Bandbreite

Solange zentrale Angaben fehlen, sollte keine endgültige Produktempfehlung ausgesprochen werden. Prüfungssicher ist eine vorläufige Einordnung: „Auf Basis Ihrer heutigen Prioritäten kommen ein langfristig zinsgebundenes Annuitätendarlehen und gegebenenfalls ein ergänzender Förderbaustein in Betracht. Die konkrete Darlehenshöhe und Rate können wir erst nach vollständiger Haushaltsrechnung und Klärung der einsetzbaren Eigenmittel belastbar bestimmen.“

Checkliste für Vorbereitungs- und Gesprächszeit

20 Minuten Vorbereitung

  • Fallziel und Immobilienart markieren: Kauf, Bau, Modernisierung, Kapitalanlage oder Anschlussfinanzierung.
  • Bekannte Zahlen in Gesamtkosten, Eigenmittel, Vermögen, Verbindlichkeiten und bestehende Finanzierung sortieren.
  • Alle Datenlücken aus der Legende in eine Fragenliste übertragen.
  • Besondere Risiken erkennen: Elternzeit, Selbstständigkeit, Ruhestand, Erbbaurecht, Mieteinnahmen, bestehende Grundschuld oder kurze Restzinsbindung.
  • Zwei bis drei realistische Finanzierungswege als Hypothese vorbereiten – noch nicht als endgültige Empfehlung.
  • Gesprächsstruktur und Schlusszusammenfassung auf einem Blatt notieren.

20 Minuten Gespräch

  • Minute 1–2: Begrüßung, Rolle, Ablauf und Anlass.
  • Minute 3–8: Kundensituation, Perspektiven, Einnahmen, Ausgaben, Vermögen und Verbindlichkeiten.
  • Minute 9–11: Kundenanforderungen und Prioritäten.
  • Minute 12–14: Finanzierungsbedarf und Tragbarkeit.
  • Minute 15–18: Varianten erklären, Empfehlung begründen und Risiken ansprechen.
  • Minute 19–20: Zusammenfassung, offene Unterlagen und nächste Schritte.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur praktischen §-34i-Prüfung

Wie lange dauert die praktische Prüfung?

Viele IHKs sehen ungefähr 20 Minuten Vorbereitungszeit und rund 20 Minuten Kundenberatungsgespräch vor. Verbindlich sind die Einladung und Prüfungsordnung der jeweiligen IHK.

Wie viele Punkte brauche ich zum Bestehen?

Nach § 3 ImmVermV ist der praktische Teil bestanden, wenn mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte erzielt werden.

Muss ich im Gespräch eine vollständig berechnete Finanzierung präsentieren?

Nein. Sie müssen eine kundengerechte Lösung entwickeln und anbieten. Bei fehlenden Daten ist eine nachvollziehbare vorläufige Einordnung mit klar benannten offenen Punkten besser als eine erfundene Präzision.

Darf ich Notizen und Beratungsunterlagen verwenden?

Übliche Beratungsutensilien sind bei vielen IHKs zulässig. Welche Hilfsmittel konkret erlaubt sind, sollte vorab bei der prüfenden IHK geprüft werden.

Sind die Fallvorgaben vorher bekannt?

Die DIHK veröffentlicht standardisierte Fallvorgaben. Welche konkrete Vorgabe im Prüfungstermin ausgewählt wird, entscheidet der Prüfungsausschuss.

Muss ich jede denkbare Finanzierungsform erklären?

Nein. Entscheidend ist, geeignete Bausteine auszuwählen, verständlich zu erklären und auf die Kundenanforderungen zu beziehen. Eine ungeordnete Produktliste kostet eher Zeit und Klarheit.

Was passiert, wenn der Prüfer eine wichtige Information nicht von selbst nennt?

Die Fallvorgaben sind bewusst unvollständig. Sie müssen die relevanten Informationen aktiv und strukturiert erfragen.

Ist ein Rechenfehler automatisch das Ende der Prüfung?

Nicht zwingend. Korrigieren Sie den Fehler transparent, erklären Sie die richtige Logik und leiten Sie die Auswirkungen auf Finanzierungsbedarf, Rate oder Restschuld neu ab.

Wie gehe ich mit einem Einwand des Kunden um?

Nicht widersprechen oder übergehen. Einwand aufnehmen, Verständnis prüfen, sachlich beantworten und anschließend nachfragen, ob die Sorge geklärt ist.

Sollte ich die niedrigste Rate empfehlen?

Nur wenn sie zum Bedarf, zur Tragfähigkeit und zum Sicherheitsprofil passt. Eine niedrige Rate kann eine höhere Restschuld und größere Anschlussrisiken verursachen.

Welche Fragen bringen besonders viele Informationen?

Offene Fragen zu Ziel, Lebensplanung und Prioritäten; anschließend präzise geschlossene Fragen zu Zahlen, Fristen, Verpflichtungen und gewünschten Vertragsmerkmalen.

Kann ich bestehen, obwohl nicht jeder Einzelpunkt perfekt war?

Ja. Der praktische Teil wird als Gesamtleistung bewertet. Sie müssen mindestens 50 Prozent erreichen; ein klarer Beratungsprozess kann einzelne kleinere Lücken ausgleichen.

Muss ich rechtliche Informationspflichten wörtlich aufsagen?

Nein. Sie sollten die relevanten Informationen verständlich, situationsgerecht und in der richtigen Gesprächsphase vermitteln. Reines Aufsagen ohne Kundenbezug wirkt nicht beratungsorientiert.

Wie wichtig ist die Schlusszusammenfassung?

Sehr wichtig. Sie zeigt Struktur, Kundenorientierung und Ergebnisfähigkeit. Nennen Sie Ziel, wesentliche Eckpunkte, vorläufige Empfehlung, Risiken und nächste Schritte.

Was ist der häufigste Grund für unnötige Punktverluste?

Zu frühe Produktberatung bei unvollständiger Bedarfsermittlung. Wer erst fragt, dann rechnet und erst danach empfiehlt, vermeidet viele Folgefehler.

Fazit: Der rote Faden ist wichtiger als ein Produktmonolog

Die praktische §-34i-Prüfung belohnt keine auswendig gelernte Verkaufsshow. Sie prüft, ob Sie aus einer unvollständigen Situation durch gute Fragen, saubere Berechnungslogik und verständliche Kommunikation eine kundengerechte Lösung entwickeln können. Die größten Punktverluste entstehen, wenn einzelne Schritte übersprungen werden.

Orientieren Sie sich deshalb konsequent an der Reihenfolge: Situation erfassen, Ziele priorisieren, Finanzierungsbedarf bestimmen, Alternativen erklären, Empfehlung begründen, Risiken einordnen und nächste Schritte zusammenfassen.

Gezielte Vorbereitung auf die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34i GewO finden Sie unter: sachkundelehrgaenge.de

Quellen und Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: 25. Juli 2026. Die Darstellung dient der fachlichen Prüfungsvorbereitung und ersetzt keine Rechtsberatung oder verbindliche Auskunft der prüfenden IHK.

§ 34i Gewerbeordnung – Immobiliardarlehensvermittler: https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34i.html

§§ 1 und 3 Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung sowie Anlage 1: https://www.gesetze-im-internet.de/immvermv/

DIHK: Fallvorgaben zum Kundenberatungsgespräch, gültig seit März 2024: https://www.dihk.de/resource/blob/153880/2b20d49c9322b34d86e8e23bd687825c/recht-fallvorgaben-immobiliardarlehensvermittler-ab-maerz-2024-data.pdf

DIHK: Protokollbogen Kundengespräch, Empfehlung seit März 2024: https://www.dihk.de/resource/blob/153888/5c3e088982d9da5a7d4f6a5e1980ec7c/recht-protokollbogen-immobiliardarlehensvermittler-ab-maerz-2024-data.pdf

IHK Düsseldorf: Ablauf des praktischen Prüfungsteils: https://www.ihk.de/duesseldorf/ausbildung/pruefungen-und-unterweisungen2/sachkundepruefungen/sachkundepruefung-immobiliardarlehensvermittler-3136844

SEO- und Redaktionsdaten

SEO-TitelPraktische §-34i-Prüfung: 10 Beratungsfehler, die Punkte kosten
Meta-DescriptionZehn typische Fehler im praktischen §-34i-Beratungsgespräch: Bedarfsermittlung, Haushaltsrechnung, Finanzierungsbedarf, Produkterklärung, Risiken und sichere Formulierungen.
Vorgeschlagener Slugpraktische-34i-pruefung-beratungsfehler
Hauptkeywordpraktische § 34i Prüfung Beratungsfehler
NebenkeywordsImmobiliardarlehensvermittler praktische Prüfung, § 34i Kundengespräch, IHK Rollenspiel Baufinanzierung, Protokollbogen § 34i
Empfohlene interne Links§-34i-Prüfungstermine, Kreditwürdigkeitsprüfung, Abgrenzung § 34i/§ 34k, Vorbereitungskurs § 34i
sachkundelehrgaenge.de   |   Praktische §-34i-Prüfung: 10 Beratungsfehler

Schreibe einen Kommentar